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NOMEN News Nr. 12/2012![]() Guten Tag, Marken haben Hochkonjunktur im Reich der Mitte. Das gilt nicht nur für das Markenbewusstsein und die Konsumfreude chinesischer Verbraucher. Auch chinesische Unternehmen sind markenbewusster denn je. China erlebt derzeit einen Boom bei den Markenanmeldungen – gemeint sind eigene Marken, mit denen chinesische Unternehmen seit geraumer Zeit selbstbewusst in die internationalen Märkte vorstoßen. Inzwischen haben sich in Europa zahlreiche chinesische Marken etabliert. Ihre Herkunft ist den Verbrauchern hierzulande häufig nicht bewusst. Woran das liegt – dies und mehr erfahren Sie in der heutigen Ausgabe unseres Newsletters. Eine informative Lektüre wünscht Ihnen Sybille Kircher Geschäftsführende Gesellschafterin NOMEN Deutschland Lesen Sie heute:
Außerdem brandaktuell:
NOMEN-Studie: Brands made in ChinaEine aktuelle NOMEN-Studie untersucht Naming-Strategien chinesischer Unternehmen in Europa. Etablierte Marken tarnen sich westlich, während neue Marken selbstbewusst ihre chinesische Herkunft hervorheben. Die Zeiten, in denen sich China nach westlichem Verständnis nur über Markenplagiate einen Namen machte, sind vorbei. Chinesische Unternehmen haben das Thema Marke für sich entdeckt. Im Jahr 2010 meldete China mit 1.057.480 Marken erstmals mehr Marken an als jede andere Nation. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum nur 69.072 Marken. Das steigende Markenbewusstsein Chinas ist das Ergebnis der Marktöffnungspolitik, die in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in kleinen Schritten begann. Inzwischen haben enorme Veränderungen stattgefunden. Die staatlichen Unternehmen sind etwa zur Hälfte privatisiert und bereiten sich auf die Eroberung der internationalen Märkte vor. Etablierte Marken tarnen sich westlich Vielen etablierten chinesischen Marken sieht man ihre Herkunft nicht an. „Lenovo, Haier oder Alibaba sind Beispiele für die sogenannte Tarnstrategie“, erläutert Nomen-Gesellschafterin Sybille Kircher. „Diese westlich anmutenden Namen wurden gewählt, weil chinesische Marken im Ausland einen eher zweifelhaften Ruf genießen. Hierzulande assoziieren Verbraucher mit dem Label „Made in China“ Plagiate, schlechte Qualität, niedrige Preise und Massenfabrikation zu oft menschenunwürdigen Bedingungen. Deshalb arbeiten chinesische Unternehmen intensiv an einer Korrektur ihres Negativ-Images. Sie versuchen, sich über ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis auf westlichen Märkten zu positionieren und unterstreichen dies mit ansprechenden Namen.“ Chinesisches Selbstbewusstsein steigt Inzwischen zeichnet sich ein neuer Trend ab. Immer mehr chinesische Unternehmen, darunter die Suchmaschine baidu.com, der Elektronikhersteller Changhong oder der Milchprodukteanbieter Mengniu, betonen mit ihren chinesischen Markennamen stolz ihre Herkunft. Ob diese in Europa Fuß fassen können, ist nach Ansicht von Naming-Expertin Sybille Kircher jedoch fraglich. „Die interkulturellen Hürden zwischen Europa und Asien sind unverändert hoch. Insbesondere die Anpassung des Markennamens ist eine wichtige Voraussetzung für den Markenerfolg.“ Ihrer Ansicht nach begehen chinesische Unternehmen, die markentechnisch in Europa mit dem Kopf durch die Wand wollen, einen großen Fehler. Fernöstliche Namen bleiben Europäern fremd, auch wenn sie bei Muttersprachlern eine Fülle von Bildern und Emotionen auslösen. Empfehlenswert: Doppelmarkenstrategie „Wenn sich interkulturelle Gegensätze nicht überbrücken lassen“, sagt Markenexpertin Sybille Kircher, „ist eine Doppelmarkenstrategie die beste Lösung.“ Erfolgsbeispiele sind Herborist, eine von der chinesischen Jahwa-Group für den westlichen Markt konzipierte Kosmetikmarke, und Shang Xia, eine von Hermès für den chinesischen Markt entwickelte Luxusmarke. Piraten: Provokanter Name macht Partei bekannt![]() Die Piratenpartei ist in aller Munde. Das liegt auch an ihrem Aufsehen erregenden Namen. Wo würde die Piratenpartei heute wohl stehen, wenn sie 2009 unter anderem Namen in den Bundestagswahlkampf gezogen wäre? Wenn sie sich PDB („Partei der digitalen Bürgerrechte“) oder PFI („Partei für eine freie Informationsgesellschaft “) genannt hätte? Jörg Schönenborn, Fernsehchefredakteur des WDR und ARD-Wahlexperte, brachte es auf den Punkt: „Der Name ist natürlich sehr sexy. Der bleibt im Gedächtnis und ist kein schlechter Marketinggag.“ Man mag zu den Piraten stehen, wie man will – mit der Wahl ihres Parteinamens haben sie tatsächlich genau ins Schwarze getroffen. Binnen kürzester Zeit avancierten sie von einer kleinen politischen Gruppierung zu einer Partei, die wahrgenommen wird und über die von ihr angestoßenen Diskussionen immer mehr Anhänger findet. Unangepasst passt Der Name „Piraten“ wurde bei der Parteigründung 2006 aus Protest gegen die Begriffe „Musik- und Filmpiraterie“ und mit einer großen Portion Selbstironie ausgewählt. Dass dieser polarisiert und provoziert, ist gewollt. „Wir wollen eine andere Politik und wir fangen mit unserem Namen an“, schreiben die Piraten im Internet. „Wir wollen eine vielfältige Gesellschaft, also ist ein unangepasster Name passend.“ Und weiter: „PIRATEN ist inzwischen eine Marke. Vor 70 Jahren sagten Skeptiker wohl auch: „UHU? Das ist doch kein Name für einen Alleskleber.“ Auch international hat der Name einen großen Wiedererkennungswert: In Schweden, USA, Frankreich, Belgien, Italien und Österreich existieren gleichnamige Schwesterparteien. Diskussionen anstoßen Das Beispiel beweist: Freche Namen fallen auf, sorgen für Gesprächsstoff und für eine Auseinandersetzung mit den dazugehörigen Inhalten. Man muss sie nicht mögen, aber ignorieren lassen sie sich auch nicht. Der Markenname PIRATEN ist also in jeder Hinsicht ein Volltreffer. Marken: Weniger Anmeldungen in Deutschland![]() Zahl der Markenanmeldungen war in 2011 leicht rückläufig. Im Jahr 2011 wurden nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) in München in Deutschland 64.042 Marken angemeldet. Davon wurden 51.322 Marken im Markenregister eingetragen, das sind durchschnittlich 205 Marken pro Arbeitstag. Die Zahl der Anmeldungen ging im Vergleich zum Jahr 2010 (69.137) um 7,4 Prozent zurück, die Eintragungen stiegen um gut 3 Prozent (2010: 49.761). Die meisten Markenanmeldungen, nämlich 13.058, stammen wie bereits im Vorjahr aus Nordrhein-Westfalen. Am kreativsten ist Hamburg mit 185 Anmeldungen je 100.000 Einwohner. Insgesamt sind beim DPMA rund 781.000 nationale Marken eingetragen. Markenrecht: Beatle-Rollstühle nicht erlaubt![]() Rollstuhlhersteller darf seine Produkte nicht Beatle nennen, weil dies das Marken-Image der gleichnamigen Band schädigen könnte. (dpa) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) lehnte am 29. März 2012 in Luxemburg den Antrag der niederländischen Firma Handicare Holding BV ab, den Namen Beatle für Rollstühle zu schützen. Dagegen hatte vor allem die Plattenfirma Apple Corps, die die Rechte am Namen der Beatles hat, geklagt. Die Richter entschieden, eine „Überschneidung der relevanten Verkehrskreise“ – also jener Personengruppe, die sowohl an der Musik der Beatles als auch an Rollstühlen interessiert sein könnten – sei wahrscheinlich. Auch „Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit“ gehörten nämlich zu der breiten Öffentlichkeit, auf die die Marke der Rockband abziele. Trotz des Unterschieds zwischen den fraglichen Waren gebe es also „eine Verbindung zwischen den einander gegenüberstehenden Zeichen“. Das mit der älteren Marke verbundene Ansehen stehe auch nach 50 Jahren „noch immer für Jugend und für eine gewisse Gegenkultur der sechziger Jahre und ist nach wie vor positiv“, befanden die höchsten EU-Richter. Gerade wer eine Behinderung habe, könne sich daher von der Marke Beatle angezogen fühlen. Zudem könnten sich einige Personen aus jener Generation, die die Produkte der Beatles in den 60er-Jahren kannte, nun auch für Rollstühle interessieren. Der Rollstuhlhersteller könne daher vom Ansehen der alten Beatles-Marke profitieren – und dies sei nicht erlaubt. Gericht der Europäischen Gemeinschaft (EuG), Urteil vom 29.03.2012 (T-369/10) NOMEN Name Check: Top oder Flop?„Dacia Duster“ - Volltreffer oder voll daneben? Dass ungewöhnliche Namen neugierig auf das Produkt machen, ist hinlänglich bekannt. Doch alles hat seine Grenzen – wie im Falle des Dacia Duster. Denn dieser englische Modellname für ein Kompaktfahrzeug im SUV-Look bedeutet übersetzt nichts Anderes als „Staubtuch“. Was will der Hersteller seinen Kunden damit nur sagen? Die Antwort liegt im Dunkeln - und da ist es bekanntlich zappenduster. NOMEN-Urteil: Flop! ![]() NOMEN Claim Check: Top oder Flop?„Soo! muss Technik“ oder „Versichern heißt verstehen“ – welcher Slogan ist ansprechender? „Soo! muss Technik“, erklärt uns Saturn. Wenn die Elektronik der angebotenen Geräte jedoch genauso fehlerhaft ist wie die Grammatik des Slogans, ist Vorsicht geboten. Originell ist der merkwürdige Claim ebenfalls nicht. Die sperrige Konstruktion ähnelt verdächtig dem Slogan der Targo-Bank: „So geht Bank heute.“ NOMEN-Urteil: Flop! ![]() „Versichern heißt verstehen“ verspricht der ERGO-Versicherungskonzern seinen Kunden. Er trifft sprachlich und inhaltlich damit genau ins Schwarze, indem er Nähe aufbaut und auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht. Die Tonalität ist – ganz im Sinne der Dachmarke – emotional und zugleich seriös. NOMEN-Urteil: Top! ![]() Neues von NOMENFX CorDiax Dialyse Patienten mit chronischem Nierenversagen sind einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt. Die neuen Kapillar-Dialysatoren von Fresenius Medical Care reduzieren die Risikofaktoren von Haemodialyse-Patienten in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System. Von NOMEN stammt der passende Name für diese kardioprotektiven Dialysatoren: FX CorDiax. ![]() NOMEN Veranstaltungshinweise
Thema: „Marken in der Medizintechnik: einfach, emotional, eigenständig“ Infos finden Sie hier.
Thema: „Tops und Flops bei der internationalen Markenführung“ Zeit: 14:00 – 18:00 Uhr Ort: Malkasten, Jacobistraße 6a, 40211 Düsseldorf Anmeldung: Telefonisch unter 0211 5779060 oder per E-Mail an info@nomen.de (Ansprechpartner: Kim Löwe) Weitere Infos gibt es hier. NOMEN in den Medien
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