Auto-Naming: Volkswagen passt ID.-Namensstrategie an

Als Volkswagen 2018 die Namensstrategie für die neuen Elektro-Modelle einführte, sollte die für VW untypische Logik „ID + Zahl“ deren Innovationsgrad unterstreichen. Mittlerweile setzt der Autobauer auf eine andere Namensstrategie, die die bekannten Bezeichnungen der Modelle mit Verbrennungsmotor auf die vollelektrische ID.-Familie überträgt. Als erstes ist der ID. Polo an der Reihe.

Für Volkswagen war die ID.-Namensstrategie seinerzeit ziemlich gewagt, denn bis dato hatten alle Modelle einen „richtigen“ Namen. Golf, Polo, Passat, Tiguan, T-Roc usw. Volkswagen hatte sicher gute Argumente für seine damals futuristisch anmutende ID.-Namensstrategie, da sie den Aufbruch in eine neue Technologie markierte. Doch mittlerweile hat Volkswagen ebenso gute Gründe, diese Namensstrategie zu revidieren. Denn die VW-Kunden hängen nun mal an „richtigen“ Namen. Nur Buchstaben und Zahlen, das menschelt nicht genug und außerdem ist es gänzlich untypisch für VW.

Funktionales Naming: Typisch für BMW, untypisch für VW

Zahlen-Buchstaben-Kombinationen haben in der Automobilbranche eine lange Tradition und durchaus ihren Sinn. Kunden können auf einen Blick erkennen, wo ein Modell innerhalb der Hierarchie positioniert ist. Doch was bei BMW, Mercedes und Audi gelernt und akzeptiert ist, muss bei anderen Marken nicht zwangsläufig eine gute Wahl sein. Denn Zahlen und Buchstaben funktionieren nur, wenn der Kunde in der Markenwelt gedanklich bereits zuhause ist.

Mit der „ID. + Zahl“-Namensstrategie wollte Volkswagen damals in das neue Segment Elektromobilität vorstoßen. Aber wie wir heute wissen, sind viele Käufer immer noch skeptisch, wenn es um E-Autos geht. Besonders die vielzitierte Reichweitenangst hält sich hartnäckig.

Vertrautes Naming gibt Orientierung und emotionale Stabilität

Gerade wenn man Neuland betritt, ist eine Abkehr vom vertrauten Naming riskant, denn das Bewährte gibt den Kunden Sicherheit. Sicherlich ein Hauptgrund dafür, warum Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, Leiter der Markengruppe Core und Mitglied des Konzernvorstands, in einer Pressemitteilung von September 2025 erklärte: „Unsere Modellnamen sind in den Köpfen der Menschen fest verankert. Sie stehen für eine starke Marke und verkörpern Eigenschaften wie Qualität, zeitloses Design und Technologie für alle. Daher werden wir unsere bekannten Namen in die Zukunft führen. Der ID. Polo ist nur der Anfang.“

Es ist aus Naming-Sicht absolut sinnvoll, dass Volkswagen mit jeder neuen Modellgeneration weitere etablierte Namen auf das elektrische Portfolio übertragen will. Noch in diesem Jahr soll die Studie ID. GTI Concept als ID. Polo GTI in Serie gehen. Ende 2026 soll dann der ID. Cross als elektrisches Pendant des T-Cross folgen. Parallel dazu werden alle Fahrzeuge mit klassischen Antrieben unter den bisher bekannten Bezeichnungen weiterlaufen. Mit dieser Strategie bringt Volkswagen Elektro- und Verbrennerwelt zusammen und macht es den Kundinnen und Kunden so künftig deutlich leichter, sich im Produktangebot der Marke zu orientieren.

VW-Kerntugenden als Schlüssel zum Erfolg

Foto: Volkswagen AG

Auch wenn man etablierte Markennamen möglichst nicht ändern sollte: Wenn man es doch tut und sich die Entscheidung als falsch erweist, ist eine Rückkehr zum Bewährten ein Zeichen von Stärke. Martin Sander, Mitglied des Volkswagen Markenvorstands für die Geschäftsbereiche Vertrieb, Marketing und After Sales brachte es in der bereits zitierten Pressemitteilung auf den Punkt: „Unsere Autos begleiten Menschen oft über viele Jahre – sie prägen Erinnerungen und Lebensabschnitte. Ein Modell wie der Polo zeigt, wie kraftvoll ein Name sein kann: Er steht für Verlässlichkeit, Persönlichkeit und Geschichte. Genau deshalb geben wir auch unseren ID. Modellen wieder Namen, die Emotionen wecken und im Alltag der Menschen verankert sind. Elektromobilität soll nicht nur fortschrittlich, sondern auch nahbar und persönlich sein.“

Volkswagen hat alles richtig gemacht und ein wichtiges Signal gesendet. Die „True Volkswagen“-Markenstrategie kehrt zurück zu den typischen VW-Stärken und richtet das Modellprogramm an seinen Grundwerten neu aus. Für andere Hersteller dürfte die Kurskorrektur ein aufschlussreiches Best-Practice-Beispiel sein.

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Foto: Volkswagen AG

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