Hitzewelle, Heatwave, Canicule: Was ein Wetterphänomen über internationale Namensfindung verrät

Neulich in einem Teams-Call zwischen den internationalen NOMEN-Teams: Meinen wir alle eigentlich dasselbe, wenn wir in unseren Ländern übers Wetter sprechen? Die Antwort: nicht ganz. Und genau darin liegt ein Learning für Unternehmen, die einen Namen finden möchten, der über Ländergrenzen hinweg einheitlich funktioniert.

Wenn es zum Beispiel um das Wetterphänomen der Hitzewelle geht, haben die großen europäischen Sprachen ein gemeinsames Erbe. Alles beginnt nämlich mit dem lateinischen canicula, „kleiner Hund“. Ursprünglich der Beiname für den Stern Sirius und das was man im Deutschen historisch als Hundstage und in Frankreich heute noch als Canicule kennt.

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Canicule und die Hundstage: Wie Geschichte in Wörtern weiterlebt – oder auch nicht

Im Französischen hat sich canicule als offizieller, fast politischer Begriff etabliert. Er ist eng mit Begriffen wie vigilance oder alerte verknüpft und hat seit der Hitzewelle von 2003 eine starke gesundheitliche und emotionale Bedeutung.

Im Deutschen hingegen ist Hitzewelle ein beschreibender und im Vergleich zum Französischen eher neutraler Begriff. Das historische Wort Hundstage existiert zwar noch, gilt aber als veraltet und wird von Jüngeren kaum noch verstanden.

Im Englischen klingt heatwave bedrohlich, da man mit dem Wort häufig die massiven Störungen assoziiert, die extreme Hitze in einem Land mit normalerweise kühlerem Wetter auslöst.

In Italien und Spanien kennt man canicola bzw. canícola, im Alltag verwendet man jedoch vergleichsweise neutral ondata di calore oder ola de calor für die Hitze, die hier jeweils zum Alltag gehört.

Also das gleiche Phänomen, aber verschiedene Bedeutungswelten aufgrund unterschiedlicher Alltagserfahrungen.

Foto von Alvan Nee auf Unsplash

Warum das ein Learning für die internationale Namensfindung ist

Was für ein Wetterphänomen gilt, gilt für Markennamen genauso. Ein Name trägt in jeder Sprache seine eigene Geschichte, eigene Assoziationen und kann emotional anders besetzt sein. Genau deshalb ist die Entwicklung international tragfähiger Markennamen niemals eine reine Übersetzungsaufgabe.

Bei NOMEN prüfen wir jeden Namen anhand verschiedener Kriterien: Klang und Aussprache, Einzigartigkeit und Differenzierung, juristische Schutzfähigkeit, kulturelle Assoziationen und internationale Einsetzbarkeit. Das Beispiel canicule, Hitzewelle etc. zeigt, wie unterschiedlich die länderspezifischen Assoziationen zu einem Wort sein können, obwohl sie sich scheinbar auf ein und dasselbe Phänomen beziehen.

Für einen Markennamen bedeutet das: Was in einem Land neutral oder positiv verstanden wird, kann in einem anderen Land ganz andere Bilder auslösen. Ein systematischer Sprachcheck vor jeder internationalen Markteinführung prüft genau das: Klang, Bedeutung und kulturelle Konnotation eines Namens in jedem Zielmarkt. Und identifiziert Probleme, bevor der Name in Marketingmaterialien, auf Verpackungen oder in Verträgen auftaucht.

NOMEN-Tipps für dein internationales Naming Projekt:

  1. Wörtliche Übersetzung reicht nicht. Ein Name muss in jedem Zielmarkt von Muttersprachlern auf seine kulturellen Assoziationen geprüft werden, nicht nur auf seine Bedeutung.
  2. Neutralität ist kein Naturgesetz. Ein Begriff, der in einer Sprache sachlich klingt, kann in einer anderen stark aufgeladen sein – wie canicule im Vergleich zur deutschen Hitzewelle zeigt.
  3. Bedeutungswechsel beobachten. Man kann einen Markennamen nach allen Regeln der Kunst entwickeln. Aber seine Wahrnehmung kann sich durch aktuelle Ereignisse oder Entwicklungen verändern. Ein aktuelles Beispiel: Unternehmen, die sich im Namen zu explizit auf „grün“, „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“ festgelegt haben, müssen nun wegen der Greenwashing-Diskussion Fakten liefern und kommunikativ gegensteuern. Also: Politische und gesellschaftliche Entwicklungen unbedingt beobachten und bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen ergreifen!

Du hast ein Naming-Projekt mit internationaler Ausrichtung? Lass uns gemeinsam prüfen, wie dein Wunschname in deinen Zielmärkten wirklich ankommt: in**@***en.de oder 0211 577 906-0

Foto von Luis Graterol auf Unsplash

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