Namensschreibweisen: Tipp, tipp – hurra?

Juni 24, 2022

Namensschreibweisen: Tipp, tipp – hurra?

Über die Frage, ob ein Name gut aussprechbar sein muss, ist schon oft diskutiert worden. Doch wie sieht es eigentlich mit der Schreibbarkeit aus – wie wichtig ist sie?

Ein häufig geäußerter Kundenwunsch ist, dass der neue Name gut aussprechbar sein und auch einfach zu schreiben bzw. zu tippen sein soll. Dahinter steht die Befürchtung, dass sich ein komplizierter Name im Markt nicht richtig etabliert. Weil er womöglich nicht im Gedächtnis hängen bleibt oder weil eine fehlerhafte Aussprache peinlich sein könnte. Einen lesenswerten und sehr amüsanten Beitrag zu diesem Thema finden Sie übrigens in dieser Kolumne der Wirtschaftswoche.

Zurück zu der Frage, ob ein guter Markenname leicht zu schreiben sein sollte. Wie wahrscheinlich ist es, dass das Produkt durch eine fehlerhafte Eingabe des Namens – sei es durch Kunden, Journalisten oder Influencer – in den Suchmaschinen nicht gefunden wird? Oder dass durch eine schwierige Schreibweise unkontrollierbare Namensvarianten entstehen – so wie zum Beispiel aus der Elbphilharmonie die „Elphie“ wurde? Gegenfrage: Hat es der Elbphilharmonie geschadet? Nein.

Anders ist besser

Was für die Aussprechbarkeit von Markennamen gilt, gilt auch für die Schreibbarkeit: Mut zum Besonderen! Denn beliebige Namen sind nicht auffindbar und gehen in der Flut der vielen ähnlichen Namen unter. Beispiele hierfür finden sich zum Beispiel im Zeitschriftenregal mit etlichen Magazinen, die den Bestandteil „Freizeit“ im Namen tragen. Die fehlende Differenzierung führt zur Verwirrung, schränkt die Nachfrage ein und verhindert ein einzigartiges, homogenes Markenerlebnis.

Für NOMEN-Chefin Sybille Kircher steht fest: Für eine korrekte Schreibweise des Namens zu sorgen, ist Aufgabe der Markenführung. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang übrigens eine Wording-Liste, die zulässige Schreibweisen vorgibt und auch festlegt, was nicht erlaubt ist, beispielsweise Abkürzungen oder Varianten. „Je einzigartiger die Schreibweise eines Namens ist“, so die Erfahrung von Sybille Kircher, „desto intensiver prägt sie sich ein. Außerdem rankt eine seltene Schreibweise in den Suchmaschinen von Anfang an oben und sorgt so für eine bessere Auffindbarkeit im Netz.“

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